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Die Vorgeschichte dieses für uns bedeutenden Ereignisses wollen wir aber doch festhalten:
Schon seit Jahren wurde es bedauert, dass Gablitz kein eigenes Wappen besitzt und so gab es in dieser Richtung
immer wieder Bestrebungen. Im Herbst 1974 ergriff der Vorstand des F.V.V. (Freiwilliger Verschönerungsverein),
insbesondere dessen Obmann, die Initiative und in einem Gespräch mit Prof. Otto Zeiller im Gasthaus Stadlmayer,
erklärte sich dieser bereit, ein Wappen für die Gemeinde zu entwerfen. Prof. Zeiller, in unserer Zeit einer der
bekanntesten Künstler auf dem Gebiete der Briefmarkenentwürfe, ließ nicht lange auf sich warten. Bald legte er die
ersten Entwürfe vor - einer herrlicher als der andere und immer gewählte Bezugspunkte zur Geschichte des Ortes.

Die Wahl fiel nicht leicht, doch letztendlich entschied das Heraldische Amt in Wien nach einer uralten Bestimmung und
erteilte zugleich die bindenden Wappenfarben: "Schwarz - Gold - Blau". Auch die herrliche, in Barockstil gehaltene
Kartusche musste geändert werden. Als nun Prof. O. Zeiler leider seinen Wohnsitz von hier nach Stockerau verlegte,
wurden die bis dahin immer notwendigen Sitzungen auch nach dorthin verlegt. Die Freude an unserem neuen Wappen
war so groß, dass der F.V.V. beschloss, jetzt das Wappen auch als steinernes Denkmal aufstellen zu lassen. Sofort
erklärten sich zwei Spender bereit, die Kosten für den Stein mittragen zu helfen. (Es ist ein St. Margarethner Sandstein,
aus dem auch der Stephansdom in Wien erbaut wurde.) Der nun für das Werk erforderliche Meister wurde in unserem
sehr geschätzten Herrn Josef Lang gefunden. Herr Lang, allseits als Bildhauer, Graveur und Steinmetzmeister bekannt.
Dieser erklärte sich sofort bereit und erklärte: dass, wenn Herr Prof. Zeiler für seinen künstlerischen Wappenentwurf
nichts verlange, so werde auch er diese Arbeit unentgeltlich tun. Herr Lang begann und trotz berufsbedingter
Arbeitsüberlastung, waren fast fünfhundert Arbeitsstunden notwendig, bis das Werk vollendet war. Wer heute in
Betrachtung versunken vor dem "Wappenstein" steht, kann sich des Gefühls einer erhebenden Bewunderung nicht
erwehren. Bedeutsam ist es auch deshalb, weil in einer Zeit des angebotenen Kitsches zwei Männer die landläufigen
Vorstellungen vom Tische rückten und ganz einfach wieder etwas großartig Schönes schufen. Dafür beiden unser
herzlichster Dank! Herr J. Lang und Herr Prof. Zeiler sind beide Beispiele eines selbstlosen Idealismus, in einer Zeit, in
der man nur zu gerne nach den Grenzen des eigenen Gewinnes fragt.

Der Termin zur Markterhebung rückte näher. Jede Woche nun eine Sitzung. Die Vertreter der Gemeinde, ÖVP und
SPÖ, deren Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins, sie alle waren unermüdlich tätig. Aber nicht nur sie, sondern
viele private Gönner der Gemeinde unterstützten wo es nur möglich war. Unsere Feuerwehr und der Ortsverband des
Österreichischen Kameradschaftsbundes, sowie unser stattlicher Musikverein taten ihr Bestes. Jetzt lag es nur noch an
Petrus für den eigentlichen Festtag auch ein Festtagswetter zu senden. Das tat er dann auch. Bei der Grundsteinlegung
sagte Bürgermeister Franz Petz: "Für immer, zum Wohle der Gemeinde."


Link zu Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Gablitz
Link zur Marktgemeinde Gablitz: http://www.gablitz.at
*) Standort vor der Volksschule in der Ferdinand - Ebner - Gasse 6 - 8