36 - Februar 2008

Rätselhafte Spuren in unserer Ortsvergangenheit

Geschichtsinteressierte Leser finden in Buchhandlungen oder Verlagsangeboten eine große Fülle von Buchthemen, in
denen über rätselhafte Reste alter Kulturen berichtet wird. Kaum jemand käme wohl auf den Gedanken, derart
mysteriöse Spuren auch bei uns zu vermuten. Tatsächlich zeigte sogar der bekannte Autor Erich von Däniken
Interesse, nach Gablitz zu kommen! Lassen Sie mich berichten, wie meine Entdeckungen bei uns begonnen haben:

Rätselhaft war für mich die Flurbezeichnung "Pallerstein", ein Waldrücken westlich der Hauersteigsiedlung. Paller-,
Peiler,- Pailterstein, so weiß man heute, war die überlieferte Bezeichnung für große, aufrecht stehende Steine, die
früher kultisch verehrt wurden. In keltischen Kulten nannte man solche Steine "Menhire". Ein ferner Abglanz davon sind
heute noch Kirchtürme und Minarette. Aufgestellt wurden solche Steine nur auf Plätzen mit einer besonders starken
Strahlung der Erdgitternetze. Dies, um Heilung für Krankheiten zu finden oder um besser mit der Welt der Götter in
Verbindung zu kommen. Das kultisch-religiöse Leben entwickelte sich so für die Menschen der Frühvolker der Illyrer,
Kelten und Germanen. Bei seinem Vortrag in unserer Volksschule sprach ich Ing. Otto Schirmböck, Rutengänger der
NÖ-Landesregierung, auf die "Pallerstein"-Frage an. Bei einer folgenden Suchwanderung konnte er tatsächlich den
genauen Mittelpunkt feststellen, wobei er diesen als einen außerordentlich "starken Platz" bezeichnete. Weitere
Erkenntnisse bestätigten, dass der untere Bereich des Pallerstein ein bedeutender Kultplatz gewesen sein musste.
Bemerkenswert ist, dass Ferdinand Ebner den "Unteren Pallerstein" gerne für seine meditativen Betrachtungen
aufsuchte.

Unterhalb des Pallerstein, links vom Troppbergweg, fotografierte 1972 Ing. Walter Raab eine ausgegrabene größere
Steinplatte. Das eingeschlossene Symbol erwies sich später als magisches Zeichen der Kelten! Kurz darauf war diese
Platte leider verschwunden!

Eine weitere Kultstätte stellte im Dezember 1997 ein indianischer Medizinmann im rückwärtigen Gartenbereich des
Hauses Linzer Strasse 112 fest. Römische Münzen, die in der Nähe gefunden wurden, weisen darauf hin, dass hier die
Römer Heilwirkung für sich suchten. Eine dritte Kultstätte konnte mitten im Ort festgestellt werden und zwar am Platz
vor dem Kaufhaus Brandfellner.

Eine weitere Kultstätte von außerordentlicher Bedeutung dürfte im Bereich der "Klosterruine", in einem engen Seitental
des Riederberges, gelegen haben. Dort, beim "Quellenheiligtum", wurde seit grauer Vorzeit bis nach dem 2. Weltkrieg
von der Bevölkerung mit ihren Priestern mit "Bründlrühren" ein magischer Regenzauber gegen anhaltende Dürre
durchgeführt. Oberhalb der Quelle finden sich die gespaltenen Teile von Steinkugeln bis zu einem Durchmesser von
1,80m. Ihr Vorhandensein und einstiger Zweck erregte das Interesse von Erich von Däniken. Auch er konnte mit einer
Erklärung nicht aufwarten. Gleich daneben wurden bei einer archäologischen Grabung im Jahre 1974 zwei
unterirdische Kultkammern gefunden!

Römische Funde weisen darauf hin, dass der lang gestreckte Bereich der "Klosterruine" zu ihrer Zeit kultisch genutzt
wurde: Spuren lassen vermuten, dass es dort ein Einweihungsheiligtum gegeben hat. Der im westlichen Gablitz, am
Rabenstein entdeckte und bei unserer Raiffeisenbank aufgestellte römische Grabstein zeigt einen Römer, der durch
die rundum befindlichen Sinnbilder als ein, im 4. Grad der Mysterien des Mithras Eingeweihter erkennbar ist.

Laut Mitteilungen sei im Hochmittelalter der Bereich der Klosterruine und die nicht weit davon entfernte "Riederburg"
ein Sitz des mächtigen Templerordens gewesen. Dies scheint gar nicht so abwegig zu sein, führt doch genau neben
der Klosterruine der weltbekannte Pilgerweg nach Santiago de Compostella vorbei.

Dann etwa um 1456-1464, wurde für wenige Mönche das "Franziskanerkloster Im Paradeis" mit einer stattlichen
Bibliothek gebaut, dem aber kein Segen beschieden war - Feuer und Türkenschwert setzten hier ein baldiges Ende.
Rechts neben dem Kloster wurden zwei einstige Hinrichtungsstätten festgestellt. Interessantes haben wir in unserer
Ortsmitte: es ist dies der legendäre unterirdische Gang nach Mauerbach. Der Zugang zu diesem sei im ehemaligen
Gasthof "zum schwarzen Adler" oder im alten Eignerhaus zu suchen. Tatsächlich stieß man 1984 bei Umbauarbeiten
neben der alten Steinstiege auf den steilen Abgang zu einem tiefliegenden Gang, der unter dem Bach in Richtung
unseres Klosters führte. Gleich nach der Begehung ließ der Eigentümer den Abgang zubetonieren.

Ebenfalls bei Bauarbeiten wurde nach dem 2. Weltkrieg
im Buchgraben/Hochbuch, in einigen Metern Tiefe,
ein rätselhafter Steinkopf von wuchtigem Aussehen
gefunden, der einen Toten darstellt. Daneben fanden
sich Steine mit Symbolen.

Auch geomantische Spuren aus alten Zeiten finden sich
in unseren Wäldern. So am Rabenstein, das "Weiße Kreuz"
und am Troppbergkammweg oberhalb der Hochramalpe
das "Rote Kreuz", dieses genau an einer Weggabelung.
Beide gehören zur Gruppe der "Farbkreuze". Diese zeigen
die unterschiedlichen Qualitäten in den Erdgitternetzen in
der Landschaft an. Ganz sicher hatten die alten Waldbauern
ein feines Gespür für die Naturkräfte…

Um sich solcherart während des Jahres vor dem Bösen zu
schützen und Himmlisches herabzuflehen, diente das reiche
Volksbrauchtum, deren Sinninhalte größtenteils vergessen wurden.

Abschließend sei noch auf die vielen alten Sinnbilder oder Sinnzeichen hingewiesen, die wir noch reichlich in Gablitz
vorfinden. Vielleicht sehen Sie an alten Dachgiebeln den senkrechten "Lebensbaum", an schmiedeeisernen
Gartentüren die beiden Sonnenräder. Sie finden den Wetterhahn auf Dächern, die gekreuzten Pferdeköpfe an unserer
Raiffeisenbank, Runenzeichen und zu Weihnachten den Mistelzweig über Eingangstüren. Sehenswert dazu ist auch
die Holzfassade am Wohnhaus der Familie Jarec in der Kirchengasse 5. Liebevoll gepflegt und übervoll mit
Ornamentzeichen einer höheren Weisheit.

Jetzt ist die Frage berechtigt, wovon Kultstätten und all die anderen rätselhaften Spuren künden? In alten Zeiten lebten
die Menschen in enger Verbindung mit der geistigen Welt und sie wussten sich im Austausch mit ihren Göttern. Diese
Verbindung wurden in Kultstätten gepflegt. Das heilige Wissen dazu wurde in Symbolen dargestellt, das man als
"Urtradition" bezeichnete und den Menschen Kraft und Ordnung gab. Wie sagt William Shakespeare: "Es gibt viel
mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als sich unsere Weisheit träumen lässt…"

Siehe auch: Magisch Reisen unter
http://www.magisch-reisen.at/wb/pages/kraftorte-in-noe/wienerwald/gablitz.php
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